Der Erlkönig

Der Erlkönig

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind; Er hat den Knaben wohl in dem Arm, Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.

Mein Sohn, was birgst du so bang dein Gesicht? — Siehst, Vater, du den Erlkönig nicht? Den Erlenkönig mit Kron’ und Schweif? — Mein Sohn, es ist ein Nebelstreif. —

„Du liebes Kind, komm, geh mit mir! Gar schöne Spiele spiel’ ich mit dir; Manch’ bunte Blumen sind an dem Strand, Meine Mutter hat manch gülden Gewand.“ —

Mein Vater, mein Vater, und hörest du nicht, Was Erlenkönig mir leise verspricht? — Sei ruhig, bleibe ruhig, mein Kind; In dürren Blättern säuselt der Wind. —

„Willst, feiner Knabe, du mit mir gehn? Meine Töchter sollen dich warten schön; Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn Und wiegen und tanzen und singen dich ein.“ —

Mein Vater, mein Vater, und siehst du nicht dort Erlkönigs Töchter am düstern Ort? — Mein Sohn, mein Sohn, ich seh’ es genau: Es scheinen die alten Weiden so grau. —

„Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt; Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt.“ — Mein Vater, mein Vater, jetzt faßt er mich an! Erlkönig hat mir ein Leids getan! —

Dem Vater grauset’s; er reitet geschwind, Er hält in Armen das ächzende Kind, Erreicht den Hof mit Mühe und Not; In seinen Armen das Kind war tot.

Johann Wolfgang Goethe

Zitate

„Er passierte die Grenze bei Metz, durchquerte Württemberg und Bayern, reiste nach Östereich ein, erreichte mit dem Zug Wien und Budapest, um dann bis Kiew weiterzufahren. Er legte zu Pferd zweitausend Kilometer russische Steppe zurück, überquerte den Ural, gelangte nach Sibirien und fuhr vierzig Tage bis zum Baikalsee, der von den Einheimischen“das Meer“genannt wurde. Er folgte dem Lauf des Amur an der chinesischen Grenze entlang flussabwärts bis zum Ozean, und als er den Ozean erreicht hatte, blieb er elf Tage im Hafen von Sabirk, bevor ihn ein Schiff holländischer Schmuggler nach Kap Teraya an die Westküste Japans brachte.“
aus  Seide

welle„Die traditionelle Hellsichtigkeit der an Depressionen leidenden Menschen,die häufig als eine radikale Abwendung von allen menschliche Belangen beschrieben wird, äußert sich in erster Linie durch ein fehlendes Interesse an Dingen, die tatsächlich ziemlich uninteresant sind.“
aus  Elementarteilchen

welle„Macht`s gut und danke für den Fisch “
aus  Per Anhalter durch die Galaxis

welle

„Für Ed Ricketts; er weiß warum, vielleicht auch nicht.“
aus  Die Strasse der Ölsardinen

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„Don Francisco de Goya freute sich, dass ihn die Herzogin von Alba zu diesen erlesenen Gästen eingeladen hatte, er freute sich der Achtung, derer man ihn würdigte. Es war ein langer Weg gewesen aus dem Bauerndorf Fuendotodos herher in das Palais Alba, es war kein leichter Weg gewesen, aber hier war er, der kleine Franco, Maler des Königs jetzt, Pintor de Camara, und wenn er diese grossen Damen und Herren porträtierte, war es unentschieden, wer wem eine Gunst erwies.“
aus  Goya

welle„Jack Levy wacht jetzt, da er dreiundsechzig ist, zwischen drei und vier am Morgen auf, den Geschmack von Angst im Mund, den, während er träumte, schleppende Atemzüge ausgetrocknet haben.“
aus  Terrorist

welle„Wenn die Liebe der Musik Nahrung ist, spielt weiter.“
aus  Wie es euch gefällt

welle

Meine Meinung

Unser Hinterhof
Meine Meinung:
Gartenkunst von Frau Schoppmann
Die reine Freude. Fotos K. Schoppmann,  M. Fuchs
 

Vinyl und bedrucktes Papier
Meine Meinung:
Literatur und Musik können zwar keine eigenen Erfahrungen ersetzen.
Sie können die Welt aber trotzdem ziemlich gut erklären. Fotos C. Fuchs

Meine Küche
Meine Meinung:
Ab einem gewissen Alter lernt man hier mehr über das Leben, als im Schlafzimmer. Leider. Fotos M. Fuchs

Mein Balkon
Meine Meinung:
mein Shangri La Fotos M. Fuchs

Cafe Express
Meine Meinung:
Einer dieser Orte, die für Menschen erfunden worden sind, die zum Einsamseien Gesellschaft brauchen. Fotos M. Fuchs

Hummelsteiner Park
Meine Meinung:
Nürnbergs bestgehütestes Geheimnis. Fotos M. Fuchs

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